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RAYEN |
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Ca. 600 Jahre nach Chr. (Herrschaft der Sasaniden-Dynastie) lag Rayen an dem Ost-West-Fernhandelsweg und hatte eine günstige Lage. Der Ort ist in dieser Zeit ein Handelszentrum gewesen und seine Webkunst war so bekannt, dass die kostbaren Stofftücher vielerorts, sogar in Ägypten, gefragt waren. Heute ist Patteh (eine handgearbeitete Stickware), das ursprünglich aus Rayen stammt, ein beliebtes Souvenir des Bundeslandes Kerman. Die wichtigste Touristen-Attraktion dieses Ortes ist eine einzigartig aus Lehm gebaute 1.500 Jahre alte Zitadelle, die mit einer Fläche von ca. 20.000 qm nach der weltberühmten Bam-Zitadelle als größter historischer Lehmbau im Land bezeichnet wird. Die Rayen-Zitadelle hat 15 Wachtürme an den Seiten und einen Kommandoturm in der Mitte. Sie besteht aus verschieden unterteilten Bereichen wie Bazar, Herzogswohnquartier, Volkswohnbezirk, Schule, einem zarathustrischen Feuertempel u.s.w., desweiteren gibt es nur ein Eingangstor. Außer seiner Zitadelle wird Rayen wegen seiner wunderschönen Natur mit den Wasserquellen des Berges Hezar, seinen 1.000 Jahre alten Eichen, den 400 Jahre alten Pinien, seinen inaktiven Vulkanmündungen, Thermen und den religiösen Grabstätten als eine der wichtigsten Touristen- und Pilgerstädte des Bundeslandes Kerman bezeichnet. Der Berg Hezar, der in der persischen Sprache „ tausend“ heißt, hat seinen Namen der 1.000 verschiedenen Pflanzen und Kräuter wegen, die in diesem Gebiet beheimatet sind. Er ist ca. 4.501 m über dem Meeresspiegel gelegen. Im Frühjahr und im Sommer heißen die Dörfer am Fuße des Berges viele Gäste willkommen und bezaubern sie mit ihrer reinen Luft, dem klaren Wasser und einer wunderschönen Natur. Hierzu zählt auch der bekannte Wasserfall jener Stadt im Herzen des Berges. Das höchstgelegene bewohnte Dorf des Irans „Babsangi“ liegt auf diesem Berg. Der Weg zum Dorf ist allerdings sehr schwierig und im Winter bleibt er wegen des Schneefalls oft wochenlang gesperrt. Die 800 Jahre alte „Shirkhoda“ (übersetzt Gotteslöwe) ist die berühmteste der drei bekannten Grabstätten des Rayens. Als man vor ca. 60 Jahren jenes Grab für den Bau einer Hauptstraße öffnete, um die Überreste der Leichen umzuplatzieren, war man überrascht, dass die Leiche des heiligen Mannes nach 800 Jahren ohne Spuren der Verwesung geborgen wurde und auf wundersamste Weise nach Rosenwasser duftete. Um das Geheimnis zu lüften, öffnete man die anderen Gräber in unmittelbarer Nähe, die nicht einmal 100 Jahre alt waren, aber es wurden nur verweste Leichen gefunden. Aufgrund des tiefen Glaubens der Einwohner wurde auf eine Umplatzierung des Grabes verzichtet und ein Verkehrskreis um den Platz herumgebaut, an welchem das Grab des Heiligen sich in der Mitte befindet. Außer den historischen und religiösen Schauplätzen ist der größte Vulkankrater Rayens -in der Nähe des Dorfes „Ghallähassani“ mit einem Durchmesser von ca. 1.200 m und einer Tiefe von ca. 400 m- von der Natur zur Schau gestellt. Dieser Vulkan war vor 100.000 bis vor 5.000 Jahren aktiv. Es gibt insgesamt noch 14 weitere kleinere Krater, die nicht mehr aktiv sind. Die in der Nähe liegenden Thermen, aus deren Quellen Mineralwasser geschöpft wird, soll zur Heilung verschiedener Krankheiten wie z.B. Rheuma sehr hilfreich sein. Rayen ist für seine Marmorminen weltbekannt und seine Steine wurden in vielen berühmten Bauwerken der Welt wie z.B. dem Taj Mahal, welches eines der schönsten historischen Bauwerke Indiens ist, verarbeitet. Pistazien, Weintrauben, Äpfel, Birnen, Maulbeeren, Süßkirschen, Aprikosen und Pfirsiche sind die Hauptprodukte der Bauern dieses Ortes. Rayens Teppiche und Schmiedearbeiten sind ebenfalls beachtenswert. Rayen mit all seinen Eigenschaften glänzt ohne Zweifel wie ein kostbares Juwel in der Wüste und bezaubert die Herzen der Menschen. Es gibt noch viele Geschichten und Geheimnisse, die dieser Schatz der persischen Wüste in sich birgt. Diese zu entdecken obliegt den zukünftigen Besuchern der Stadt Rayen im Bundesland Kerman.
P Administration: Mohammad Khayyam Rayeni Übersetzung aus dem Persischen: Ali Hejazi Mit Dank an Kerstin Eichhorst für die Zusammenarbeit. Fragen und Anregungen richten Sie bitte an die E-Mail Adresse ali.hejazi@yahoo.de
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